Die Götter des Alten Ägypten

Die Götter des Alten Ägypten

Die ägyptische Mythologie war untrennbar mit der Astronomie sowie der Religion verbunden. Hier ist insbesondere das Nutbuch zu nennen, das die wichtigsten Vorstellungen vereint.

In der ägyptischen Mythologie existiert kein einheitlicher Schöpfungsmythos. Die wichtigen ägyptischen Zentren Heliopolis und Memphis entwickelten unabhängig voneinander verschieden Varianten einer Schöpfungsgeschichte.

Heliopolis

Die Priester der Stadt Heliopolis, das Hauptzentrum des Sonnenkultes, richteten die Schöpfungsgeschichte ganz auf den Sonnengott Atum als Vater der Götter aus. Er und acht seiner Nachkommen bildeten die Neunheit von Heliopolis. Im Moment der Schöpfung soll Atum, der Selbstentstandene, aus der Urflut geboren worden sein. Durch seine Schöpfungskraft erhob sich aus dem Urgewässer ein Hügel, so dass Atum das erste Land betreten konnte. Daraufhin sei er zur Quelle aller weiteren Schöpfungen geworden. Er brachte aus seinen Körperflüssigkeiten seine zwei Kinder Schu, den Gott der Luft, und Tefnut, die Göttin der Feuchtigkeit, hervor. Dieses Paar wiederum gebar eigene Kinder, Geb, den Gott der Erde, und Nut, die Göttin des Himmels. Diese ersten drei Generationen stellen die Grundelemente der Schöpfung dar. Geb und Nut zeugten die Urenkel des Atum, die Gottheiten Osiris und Isis und das Paar Seth und Nephthys.

Memphis

Eine weitere Schöpfungsgeschichte hatte ihren Ursprung in der Stadt Memphis, dort stellte man den Stadtgott Ptah, den Gott der Handwerker und Baumeister, ins Zentrum des Schöpfungsmythos. Sie verweist auf den heliopolitanischen Mythos, wandelt ihn jedoch dahingehend ab, dass der Gott Ptah dem Sonnengott vorausgehe und diesen durch seine Zunge und sein Herz geschaffen habe. Die memphitische Theologie ist die früheste bekannteste Theologie, die auf dem Prinzip des Logos beruht: der Schöpfung durch das Wort und die Rede.

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Ihre Tina Isensee


Sachmet

Bei den alten Ägyptern war sie die Göttin des Krieges, der Krankheit, aber andererseits auch der Heilung. Als Auge des Sonnengottes Ra soll Sachmet die Menschen bestrafen, die sich gegen Ra erhoben haben. Man fürchtet sie, da sie dem Glauben nach Konflikte, Epidemien und sogar den Tod bringt und sie wurde als wild, kriegerisch und furchterregend angesehen. Doch falls die Priester sie mit Gebeten besänftigen, würde sie auch alle Drohungen wieder zurücknehmen.

Dargestellt wurde diese Göttin in Frauengestalt mit einem Löwenkopf. Auf dem Kopf trägt sie die Sonnenscheibe mit dem Uräus und die Schlange speit Feuer auf alle, die die Göttin bestrafen will.

Seth

Seth („der mit großer Kraft“) ist eine altägyptische Gottheit, deren Bedeutung nicht völlig geklärt ist.
Seth ist ein Wüstengott; deshalb wird er mit den Stürmen und Unwettern darin in Verbindung gebracht, dies geht soweit, dass er als Gott des Chaos und des Verderbens gilt.

Andererseits war er auch Schutzgott der Oasen und Gefährte des Horus. An seiner Seite beschützt er den König, spendet Segen, führt Reinigungsriten durch.

Seth hatte mehrere Kultstätten, besonders in Oasen, die jedoch alle nicht sehr beständig waren. In der Spätzeit wurde er umso stärker mit dem Fremdland in Verbindung gebracht und als unerwünschter Gott angesehen. Seine negativen Aspekte haben schon vorher möglicherweise verhaltenes Misstrauen hervorgerufen, die unter mehreren Fremdherrschern schließlich eskalierte. Seth wird überwiegend als schädlicher Gott gesehen. In anderen Kulturen ist er auch als Shetan, Sheithan, Satan, Shaddai oder Schatten bekannt.

Im Neuen Reich schrieb man Seth als Sutech. Die Bedeutung seines Namens ist unbekannt. Die Ägyptischen Erklärungsversuche waren „Anstifter der Verwirrung“, sein Beiname „Groß an Kraft“ oder „Gewalttätiger“.

Neben seinen schon erwähnten Funktionen war er auch der Gott des Unwetters und im Glauben der Ägypter brüllte er am Himmel, der Donner war seine Stimme und durch ihn bebte die Erde. So war er der Gott der Gewalt, des Chaos und der Verwirrung, der bösartige Gott, welcher auch Zorn, Wut, Gewalt und Mord verkörperte.

Die Harmonie der Maat wurde durch ihn gefährdet und er bedrohte als Gott der Wüste und der Fremden Länder auch die Vegetation. Damit stellte er den schädlichen Widersacher und Mörder des Vaters Osiris dar, welcher in der Mythologie der rechtmäßige König Ägyptens war.

Horus

Horus bedeutet „der Ferne“, was sich auf seine Aufgabe als Himmelsgott bezieht. Er ist außerdem ein Lichtgott und der Beschützer der Kinder.

Als Horus (Sohn von Isis und Osiris) herangewachsen ist, heiratet er Hathor und besiegt seinen Widersacher im Zweikampf sowie vor dem Gericht, wodurch er die Herrschaft über Ägypten erlangt.

Aus diesem Grund erhielten die Könige den Titel „Horus“ und die Pharaonen wurden als die Verkörperung des Horus angesehen. Er ist der einzige Gott der Ägypter, der über einen so langen Zeitraum, wie den von 3000 Jahren den höchsten Stand der Verehrung genoss. Schon auf so frühen Gegenständen wie den Opferstein wurde ein Falke gefunden, der als Horus bezeichnet wird. Die Augen des Horus sind Sonne und Mond, wobei der Mond selbst das „Horus-Auge“ ist, ein Symbol für Schutz und Gesundheit.

Anubis

Anubis ist der ägyptische Gott der Totenriten. Für den Gott Anubis gibt es zwei Arten der Darstellung. Zum einen als großer schwarzer Schakal und zum anderen als Mensch mit einem Schakalkopf.

In der Mythologie soll Anubis eines der vier Kinder des Gottes Re sein. Laut eines späteren Mythos ist er der Sohn des Osiris und dessen Schwester Nephthys.

Nachdem Osiris von seinem Bruder Seth zerstückelt und auf der ganzen Welt verteilt worden war, sammelte Anubis zusammen mit Isis alle Teile wieder zusammen. Danach soll es ihm gelungen sein, Osiris wieder zusammenzusetzen, indem er ihn mumifizierte. So hat also (dem Mythos nach) Anubis die erste Mumifizierung einer Leiche vorgenommen.

Seine wichtigste Aufgabe bestand in der Überwachung des Seelenabwägens und sein Urteil war von entscheidender Bedeutung. Deshalb wurden die Gebete für die Toten auch an ihn gerichtet.

Bastet

Bastet ist die in der Ägyptischen Mythologie als Katzengöttin dargestellte Tochter des Sonnengottes.

Bei den Ägyptern wurde sie als Göttin der Fruchtbarkeit verehrt, die oft als Frau mit Katzenkopf dargestellt wird. Als Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe ist Bastet auch die Beschützerin der Schwangeren, Göttin der Freude, des Tanzes, der Musik und der Feste. Ursprünglich besaß sie sowohl zornige als auch sanfte Eigenschaften.

Chnum

Chnum ist in der ägyptischen Mythologie der Gott der Nilquellen, die in früher Zeit am ersten Nilkatarakt bei Assuan vermutet wurden, und gilt als der Schöpfer von Menschen und Göttern.

Er wird als widderköpfiger Gott dargestellt, der die Menschen auf der Töpferscheibe geformt hat. Chnum galt als Schutzgott des Gebietes um den ersten Nilkatarakt.

Hathor

„Ra öffnet im Inneren des Lotus seine Augen in dem Moment, in dem er das Urchaos verließ. In seinen Augen bildete sich eine Flüssigkeit, die zu Boden fiel: Sie verwandelte sich in eine schöne Frau, der man den Namen ‚Gold der Götter, Hathor die Große, Herrin von Dendera‘ gab.“

Hathor war in der ägyptischen Mythologie eine Himmelsgöttin des Westens und Göttin der Liebe, des Friedens, der Kunst und der Musik. In ihren zahlreichen Funktionen galt sie auch als Beschützerin des Landes am Nil, der Fremden, aller weiblichen Wesen und als Behüterin der Toten. Sie war die Gemahlin des Horus.

Ihr Name bedeutet „Haus des Hor“, sie wurde löwenköpfig dargestellt und galt als Gebärerin des Universums und Mutter und Tochter der Sonne.

Isis

Den Ägyptern galt sie als „Göttin der Liebe“, als Meergöttin, Gottesmutter, „Mutter der Sonne“, sowie als die „Zauberreiche“, da sie sich in ihrer Beziehung zu Horus und Osiris der Zauberei bediente. Von dieser mütterlichen Gottheit erbaten viele Mütter den Segen für ihre Kinder. Außerdem galt sie als beinahe allmächtige Zauberin, die alle Geheimnisse und zukünftigen Ereignisse kannte.

Ihr Symbol war der Stern Sirius, denn als Fruchtbarkeitsgöttin war Isis für die Nilüberschwemmung verantwortlich, die mit der ersten morgendlichen Sichtbarkeit des Sirius begann.

Oft wurde sie auf Gruft- und Sarkophagwänden mit ausgebreiteten Flügeln dargestellt, mit denen sie den Toten Schutz gewährte und Lebensluft zuwedelte. Die Kuhhörner bedeuten zugleich die Mondsichel. Als Göttin der Magie und der Toten war Isis auch Mondgöttin.

Maat

Maat wird durch eine junge Frau mit einer Straußenfeder auf dem Kopf symbolisiert und verkörpert das Gleichgewicht der Welt und ihre Ordnung. Maat taucht zuerst als untergeordneter Gottheit in den Legenden um Re auf und trat erst später als eigenständige Gottheit hervor.

Polizeiliche Vernehmungen fanden in Kultstätten der Maat statt und auch Untersuchungsgefangene wurden in ihnen verwahrt. Hohe Richter trugen Symbole der Göttin; dies sollte sie als Priester der Maat kennzeichnen. Maat bezeichnet das Prinzip der kosmologischen Ordnung. Nur dank der Maat geht die Sonne auf und nur dank ihr ist Leben möglich.

Die „Feder der Maat“ hat besonders für einen Toten große Bedeutung, der sich vor dem Gericht der Götter für sein Leben rechtfertigen muss. Bei diesem Totengericht wiegt Anubis das Herz des Verstorbenen mit einer Waage gegen die Feder der Maat auf. Nur ein sündenfreier Mensch kann in das Jenseits eingehen. Ein leichtes Herz ist also schon zur Zeit der Pharaonen ein Sinnbild für ein gerechtes Leben.

Nut

Nut stellte den Himmel dar. Ihr Lachen war der Donner und ihre Tränen der Regen. Der Körper der Nut symbolisierte das Himmelsgewölbe, er trennte die Erde von der sie umgebenden Urflut. Nach mythologischer Vorstellung spannte sich Nuts Körper schützend über die Erde. Ihre Gliedmaßen, die den Boden berühren sollten, symbolisierten die vier Himmelsrichtungen.

Zugleich galt sie als die Mutter der Gestirne. Man glaubte, dass die Sonne abends in ihrem Mund verschwinde, um des Nachts durch ihren Körper zu reisen und morgens in ihrem Schoß im Osten wieder zu erscheinen.

Nut war auch eine Totengöttin. In den Pyramidentexten wird sie unter anderem als Kuh dargestellt. Als Beschützerin der Toten auf ihrer Reise ins Jenseits wurde sie auch oft auf der Innenseite von Sarkophagen abgebildet.

Osiris

Osiris („Sitz des Auges“, Fruchtbarkeit) ist der ägyptische Gott der Fruchtbarkeit, der Wiedergeburt und der Toten. Er ist einer der wichtigsten Götter des alten Ägyptens, dessen Kult sehr populär war und sich auch über die griechische Welt verbreitete.

Osiris ist Gott und Richter über die Toten und der Unterwelt und ebenfalls Herrscher der unterirdischen Welt. Vor ihm müssen sich die Toten verantworten, bevor sie in das Jenseits eintreten können. Durch die Wiedererstehung ist Osiris zum Fruchtbarkeitsgott geworden.

Sein Hauptkultplatz war Abydos (Ägypten), wo sich auch seine mythischen Begräbnisstätten befanden. Dort fanden alljährlich in jedem vierten Monat Mysterienspiele statt.


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Gregoire Kolpaktchy: Das Ägyptische Totenbuch

Übersetzt und kommentiert von Gregoire Kolpaktchy

Jahrtausende hindurch sammelten ägyptische Priester, durch Offenbarungen und Visionen belehrt, ein tiefes Wissen über die Unterweltfahrt und das Totengericht der Seele und fassten dieses in dem berühmten und geheimnisvollen „Ägyptischen Totenbuch“ zusammen.

Der französische Ägyptologe Prof. Dr. Gregoire Kolpaktchy hat zum ersten Mal die Texte aus dem Original direkt ins Deutsche übertragen und durch seinen einfühlsamen Kommentar die Mysterienweisheit der alten Ägypter für jeden Fragenden und Suchenden von heute erschlossen. (19,90 Euro, O.W. Barth)

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