Buddha-Darstellungen


Buddha

Ein Buddha ist ein vollkommen erleuchtetes Wesen, das ein umfassendes Verständnis von der Natur der Wirklichkeit erlangt hat. Dieses Verständnis wird begleitet von unbegrenztem Einfühlungsvermögen, vollendeter Weisheit und universellem Mitgefühl.

Durch eigene Erkenntnis hat ein Buddha den Zustand vollständiger Erlösung vom Leiden verwirklicht.

Buddhas greifen nicht direkt in das Leben der Suchenden ein. Sie verbreiten die buddhistische Lehre, sind ihr beseeltes Ziel und erhellen dadurch den Pfad zur Erkenntnis.

Praktischer Beistand fällt nicht in ihren Bereich, diese Aufgabe fällt den Bodhisattvas zu.

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Ihre Tina Isensee


Die Dhyani-Buddhas

Die fünf Dhyani-Buddhas sind zeitlos, stets gegenwärtig und unabhängig von den Naturgesetzen. Ihnen sind die fünf Himmelsrichtungen (Osten, Süden, Westen, Norden, Mitte) unterstellt. Außerdem sind sie Hüter und Herrscher der sog. Zwischenparadiese. Sie symbolisieren die verschiedenen Aspekte des erleuchteten Bewusstseins, wobei sie sich zum Zweck der Meditation unterscheiden, letztlich jedoch als Manifestation des einen Buddha-Prinzips.

Akshobhya

Akshobhya („der Unerschütterliche“) hilft, die Qualen des Zorns zu überwinden. Hass und Wut gehören zu den stärksten Hindernissen auf dem Weg zur Erleuchtung. So steht er für die Umwandlung von Zorn in Weisheit.

Er berührt die Erde mit der rechten Hand. In der linken, die im Schoß ruht, kann ein Almosentopf liegen.

Amitabha

Amitabha („der von unermesslichem Glanz“) verkörpert die Umwandlung von Begierde in die unterscheidende Weisheit und steht somit für die zukünftige Entwicklung des erleuchteten Geistes.

Er hält die Hände im Schoß in der Meditationsgeste übereinander gelegt. Oft wird auch er mit einem Almosentopf dargestellt.

Amoghasiddhi

Amoghasiddhi („der von unfehlbarer Zaubermacht“) steht für vollkommenes Tun und die alles vollendende Weisheit in die er Neid und Eifersucht wandelt. Er schenkt den Menschen Mut und schützt sie in schwierigen Situationen.

Er hält die rechte Hand in der Ermutigungsgeste mit nach außen gedrehter Handfläche vor der Brust. Die linke ruht im Schoß und hält gelegentlich einen Almosentopf.

Ratnasambhava

Ratnasambhava („der mit dem Edelstein Geborene“) wandelt Habgier und Stolz in Freigiebigkeit, verbreitet Wohltaten und steht dem Suchenden ermutigend zur Seite.

Er hält die rechte Hand nach außen und unten geöffnet in der Geste der Gewährung und symbolisiert somit die Bereitschaft zum Schenken von höchster Erfüllung.

Vairocana

Vairocana („der Sonnengleiche“) verkörpert die Umwandlung von Verblendung und Unwissenheit in Weisheit.

Er hält das Rad der Lehre in den flach aufeinander gelegten Händen.


Medizin-Buddha

Durch die Meditation auf den Medizin-Buddha (auch „König der Heiler“) ist es möglich, große therapeutische Kraft zu erzeugen, mit der man sich selbst wie auch andere heilen kann. Von seinem Körper gehen Energien aus, die die drei „Giftstoffe“ Gier, Hass und Verblendung beseitigen sowie die Harmonisierung der drei „Säfte“ Wind, Galle und Schleim wiederherstellen.

In seiner rechten Hand hält er einen Zweig oder die Frucht der Myrobalane (Kirschpflaume), in der linken trägt er die Medizinschale.


Maitreya

Maitreya („der Gütige“) heißt der zur Zeit noch als Bodhisattva im Tushita-Himmel wartende Buddha der Zukunft. Er wird dereinst den Dharma neu verkünden und alle Wesen aus ihrem Leid erlösen. Er besitzt das „Elixier der Todlosigkeit“. Seine Wiederkunft wird auf volle 4.000 Jahre nach dem Verschwinden des historischen Buddha geweissagt.

Die historisch bekannten Darstellungen zeigen Maitreya manchmal stehend, meist aber sitzend. Dabei berühren seine Füße, im Unterschied zu anderen Buddha-Darstellungen, den Boden, was symbolisieren soll, dass er seinen Platz noch nicht vollständig eingenommen hat. In der linken Hand hält er in vielen Darstellungen ein Wassergefäß.


Happy Buddha

Der chinesische Glücksbuddha „Budai“ (bei uns als „Happy Buddha“ oder „Lucky Buddha“ bekannt) verkörpert nicht Weisheit, sondern Fülle, Reichtum und das unendliche Glück. Budai (jap. Hotei) ist eine populäre Figur der chinesischen und japanischen Volksreligion. In Japan zählt er zu den Sieben Göttern des Glücks. Sein Name bedeutet in etwa „Leinensack“, und tatsächlich ist ein solcher Sack sein Markenzeichen.

Er wird zumeist als dickbäuchiger, lachender Mönch dargestellt.


Bodhisattva

Bodhisattva bedeutet „Erleuchtungswesen“ oder „erleuchteter Held“. Ein Bodhisattva ist ein Wesen, das in jedem Leben im Geist der Erleuchtung lebt und dessen Bestreben es ist, zum Wohle aller Wesen ein Buddha zu werden. Ist dieses Ziel erreicht, so wird der Buddha seine Essenz mehrfach als Bodhisattvas in die Welt entsenden, in der die Lebewesen eine wirkungsvolle Hilfe benötigen. Ein Bodhisattva bemüht sich um die Erlösung aller Wesen aus dem Kreislauf der Wiedergeburt. Insgesamt unterliegen auch die Bodhisattvas nicht mehr den Naturgesetzen. Das bedeutet, dass sie die unterschiedlichsten Erscheinungsformen annehmen, sich vervielfachen, an mehreren Stellen zeitgleich verweilen sowie sich in Gedankenschnelle fortbewegen können.

Manjushri

Manjushri ist der Bodhisattva, dessen Aufgabe die Zerstörung der Unwissenheit und Erweckung des Wissens ist. Als ewig junger Prinz dargestellt, übermittelt er die buddhistische Einsicht, dass Weisheit keine Sache des Alters und über viele Jahre hinweg erworbene Erfahrung ist. Vielmehr ist sie das Ergebnis einer Verfeinerung der vorhandenen geistigen Fähigkeiten, die direkt zum Kern der Wirklichkeit durchdringt.

Seine rechte Hand hält das zweischneidige Flammenschwert, das mit der unterscheidenden Weisheit und Erkenntnis den Knoten der Unwissenheit durchtrennt. Seine linke Hand hält in einigen Darstellungen einen Lotos. Er ist der Herr der Weisheit und der Wissenschaften. Er verleiht Erkenntnis und Gedächtnis. Gelehrte und Studenten verehren ihn als Schutzpatron.

Tara

Als Tara wird im Buddhismus eine weibliche, friedvolle Manifestation erleuchteter Weisheit bezeichnet. Tara (tib. Dölma) bedeutet wörtlich „die Retterin“. Im Buddhismus gilt sie auch als eine Ausstrahlung des Bodhisattva Avalokiteshvara und ist aus einer seiner Tränen entstanden, die er aus Mitgefühl mit allen Wesen vergoss. Deshalb gilt Tara als die Essenz des Mitgefühls.

Grüne Tara

Die Arya Tara („grüne Befreierin“) ist ein weiblicher, friedvoller Buddha und Bodhisattva des tibetischen Buddhismus. Der gemäßigt zornvolle Bodhisattva wird angerufen, um Hindernisse zu überwinden, aus Gefahr gerettet zu werden und um das Böse zu überwältigen. Die jugendliche und schön anmutende Tara erzeugt Begeisterung und verleiht Kraft zum Handeln.

Ihr besonderes Kennzeichen ist, dass die mit ausgestrecktem, auf einem Lotus ruhendem rechten Bein (Position der Aktivität) und in Meditationshaltung angezogenem linken Bein auf dem Lotusthron sitzt.

Weiße Tara

Dölkar (oder „Dölma Karpo“) ist eine der 21 Taras, ein weiblicher, friedvoller Bodhisattva des tibetischen Buddhismus. Sie verkörpert die mütterliche Liebe und das Mitgefühl mit der Fähigkeit, alle Wesen zu schützen und sie aus Leid, Gefahren und Ängsten zu retten.

Dargestellt wird sie als friedvolle Erscheinung, ihre Körperfarbe ist meistens weiß. Die rechte Hand ist im Mudra der Freigebigkeit (Handfläche nach vorn) ausgestreckt. Die linke Hand hält in Herzenshöhe den Stängel einer voll geöffneten Lotusblüte. Als besonderes Kennzeichen gelten ihre sieben Augen; außer zwei Normalaugen und einem Auge auf der Stirn findet sich je noch ein weiteres Auge an den Handflächen und Fußsohlen.

Avalokiteshvara

Avalokiteshvara ist der Bodhisattva des unendlichen Mitgefühls. In ihm verkörpert sich das Erbarmen aller Buddhas. Sein grenzenloses Mitgefühl drückt sich in seiner wunderbaren Macht aus, allen Lebewesen zu helfen, die sich in Gefahr befinden. Alle Dalai Lamas werden als Inkarnation Avalokiteshvaras angesehen.

Häufig wird er mit 111 Armen und elf Köpfen dargestellt.


Noch ein kleiner Tipp zum Thema Buddha & Buddhismus:

Tatjana & Mirabai Blau: Lexikon der Buddhistischen Symbole

Auch in der westlichen Welt kommen wir immer mehr mit Buddhafiguren und Lotusblüten in Berührung. In übersichtliche Kategorien unterteilt (zum Beispiel: Buddhas und Bodhisattvas, zentrale Symbole, Mudras und Asanas, Tiere, Waffen und rituelle Gegenstände) kann man das Buch gut als Nachschlagewerk nutzen. Zu jedem Symbol gibt es eine Abbildung, die zur Orientierung dient, und eine ausführliche Erläuterung. (8,95 Euro, Schirner Verlag)

Steve Hagen: Buddhismus kurz und bündig

Prinzipien und Praxis

Als Buddha gebeten wurde, seine Lehre in einem einzigen Wort zusammenzufassen, antwortete er: Bewusstheit.

Steve Hagens Buch handelt davon, bewusst und wach zu werden. Hagen fasst die Grundaussagen des Buddhismus zusammen. Er stützt sich auf die ursprüngliche Lehre Buddhas, er stellt die vier existentiellen Wahrheiten vor und erläutert Buddhas praktisches Lebenskonzept. Für alle, die sich zum ersten Mal mit dem Buddhismus beschäftigen, bietet sein Buch einen leicht verständlichen und klaren Einblick in die Weisheit des erleuchteten Meisters, dessen Lehre heute noch so lebendig ist wie vor 2500 Jahren. (8 Euro, Goldmann)

Deepak Chopra: Buddha

Der große Buddha-Roman von Deepak Chopra

Bestseller-Autor Deepak Chopra erzählt mit großer Eindringlichkeit die faszinierende Lebensreise Buddhas. Vom Schwert schwingenden Fürstensohn bis zum weltabgewandten Asketen, vom Königspalast bis zur Einsiedlerhöhle, von Intriganten und Dämonen, Mönchen und edlen Weisen: Chopras Roman bietet eine gar nicht für möglich gehaltene Fülle und gibt der entrückten Gestalt des bedeutenden Religionsgründers erstmals ein menschliches Gesicht. (9,95 Euro, Fischer Verlag)

Alle Texte und Bilder mit freundlicher Genehmigung der Verlage.


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