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Die Götter Indiens
Der Hinduismus glaubt an eine stände Wiedergeburt (Reinkarnation), sowie an
den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen (Samsara). Um das Dharma
(göttliche Gesetz) zu schützen, manifestieren sich die Götter immer wieder
auf der Erde (Avatare). Das trifft besonders auf Vishnu zu, der in zehn
Inkarnationen verehrt wird - zum Beispiel die beliebten Helden Rama und
Krishna.

Die höchsten indischen Götter bilden eine Trimurti (Dreieinigkeit): Brahma
als Schöpfer, Vishnu als Erhalter und Shiva als Zerstörer. Ihre Gattinen
sind Sarasvati (Göttin der Weisheit), Lakshmi (Göttin des Glücks) und
Parvati, die auch als Durga (eine Allgöttin) oder Kali (die Schwarze)
verehrt wird. Ganesha, der beliebte elefantenköpfige Gott, ist der Sohn von
Shiva und Parvati.

Neben den Hauptgöttern gibt es auch mythologische Wesen, die gleichfalls von
zentraler Bedeutung sind. Zum Beispiel die Reittiere. Für Vishnu ist das
Reittier Garuda (halb mensch, hald Adler), für Shiva der Stier Nandi, für
die Göttinn Durga ist es ein Tiger oder Löwe und Ganesha reitet auf einer
Ratte. Die Reittiere symbolisieren die Macht des Gottes in der Welt.
Außerdem gibt es noch die Mythen - der Mythos vom Milchozean und der Ganges.
Vielleicht entdecken Sie hier ja noch
Spannendes, also viel Spaß beim Stöbern und Schmökern und wenn Sie gerne
eine von den schönen Figuren haben möchten, können wir Ihnen dabei
behilflich sein...

Tina Isensee
Lakshmi
Lakshmi ist die hinduistische Göttin des Glücks und der Schönheit. Sie ist
nicht nur Spenderin von Reichtum sondern auch von geistigem Wohlbefinden,
Harmonie, Fülle und Überfluss. Sie ist die Gemahlin Vishnus.

Schon die Veden berichten über Lakshmi, die Göttin der Schönheit. Nach der
Mythologie entstieg sie dem Milchozean, als dieser durch die Götter und
Dämonen auf der Suche nach Amrita (dem Trank, der unsterblich macht)
aufgeschäumt wurde.
Vishnu
Vishnu kommt bereits in den ältesten religiösen Texten des Hinduismus (den
Veden) vor. Seine Gefährtin ist Lakshmi.
Vishnu wird immer mit vier Aspekten dargestellt, die er mit seinen vier
Armen hält: Der Diskus, der in einer Schlacht auf die Feinde geschleudert
wird. Das Muschelhorn, auf dem er bei verschiedenen Anlässen bläst. Der
Lotus, das Symbol der Weisheit und Reinheit und schließlich die Keule, mit
der er Dämonen bekämpft.

Vishnu zeigt sich in einer Vielzahl von Manifestationen. Um die Welt im
Sinne einer gerechten kosmologischen und menschlichen Ordnung zu schützen,
inkarniert er sich immer, wenn die Weltordnung ins Schwanken geraten zu
droht, auf der Erde.
Krishna
Krishna wird als die achte Inkarnation Vishnus verehrt. Für seine Anhänger
ist er die Manifestation des Höchsten.
Dem König Kamsa war geweissagt worden, dass der achte Sohn von Vasudeva und
Devaki ihn töten werde. Er hielt die Eltern im Palastkerker gefangen und
tötete die ersten sechs Jungen Devakis.

Der achte Sohn, Krishna, wurde geboren und in einer vorübergehenden Vision
konnten die Eltern ihn in seiner kosmischen Form mit vier Händen sehen.
Seine Wunderkräfte äußerten sich darin, dass die Wärter einschliefen, die
Kerkerketten zersprangen und sich die Türen öffneten.

Vasudeva floh mit dem Neugeborenen und konnte ihn zu Pflegeeltern bringen.
Um das Kind zu vernichten, ließ der König alle Neugeborenen töten. Doch
Krishna überlebte und wuchs als Kuh-Hirte auf. Daher ist mit seiner
Geschichte bis heute besonders auch die Verehrung der Kuh verbunden.

Als Erwachsener kehrte er an den Ort seiner Geburt zurück. Er tötete Kamsa
und gab den Thron an den rechtmäßigen König zurück.
Brahma
Mit Vishnu und Shiva bildet er die Trimurti, die hinduistische
Dreifaltigkeit.

In der öffentlichen Anbetung stand Brahma gegenüber allen anderen Gottheiten
historisch immer zurück, was einige westliche Gelehrte zu der Auffassung
gebracht hat, dass es sich bei dieser Gottheit um eine spezielle Schöpfung
der Priesterkaste handele, die zur Abrundung des Systems der Gottheiten in
deren Sinne geschaffen wurde.
Saraswati
Saraswati ist die älteste Göttin des Hinduismus. Ursprünglich war sie eine
Flussgöttin und wird auch heute noch mit dem fruchtbaren und reinen Wasser
in Verbindung gebracht. Sie gilt als Göttin der Weisheit, des Intellekts,
der Musik, Gelehrsamkeit, Sprache und Poesie. Sie gilt als Verkörperung und
Beschützerin der Kultur und der Künste. Ihr wird die Entstehung der Schrift
zugerechnet.

Sie gilt als Verkörperung der Reinheit. So ist ihr Reittier auch der Schwan,
im Hinduismus ein Symbol der Perfektion. Oft wird sie auch auf einem Lotus
sitzend dargestellt.
Shiva
Shiva ist eine der wichtigsten Formen des Göttlichen im Hinduismus. Häufige
Beinamen sind Mahadeva („Großer Gott“) und Natraj („König der Tänzer“). Die
Übersetzung des Wortes „Shiva“ aus dem Sanskrit lautet „der Gütige“ oder
auch „der Freund“.

Als Bestandteil der hinduistischen Dreifaltigkeit mit den drei Aspekten des
Göttlichen als Brahma (Schöpfer) und Vishnu (Bewahrer) verkörpert Shiva das
Prinzip der Zerstörung.

Außerhalb der Dreifaltigkeit verkörpert er aber alles, Schöpfung und
Neubeginn ebenso wie Erhaltung und Zerstörung. Durch seinen Tanz
symbolisiert er den Kreislauf der Zeiten oder den rasenden Tanz der
Zerstörung und der Schöpfung.

Shiva war jedoch nicht immer mit Parvati verheiratet. Es heißt, in erster
Ehe sei er mit Sati verheiratet gewesen. Jedoch mochte Satis Vater Shiva
nicht und Sati war in ihrem Stolz als Ehefrau so gekränkt gewesen, dass sie
sich bei lebendigem Leib verbrannte, um sich an ihrem Vater zu rächen.
Nachdem sie dies getan hatte, verschlang die Erde sie und Sati wurde unter
dem Namen Parvati wiedergeboren.
Nach dem Tod seiner Frau hatte sich Shiva in eine ewige Meditation versenkt,
aus der ihn nichts herausholen konnte. Um ihren Gemahl zurück zu gewinnen,
stand Parvati Millionen Jahre auf einem Bein und Pflanzen wuchsen an ihr
empor, sodass sie selbst zum Baum wurde. Shiva war so von dieser Frau
gerührt, die er nicht wieder erkannt hatte, dass er aus seiner Ekstase
aufwachte und sie heiratete.
Parvati
Parvati ist die Gattin von Shiva und Mutter von Ganesha. Sie ist die Tochter
des Gottes des Himalaya. Ihr Name bedeutet „Tochter der Berge“. Sie wird oft
als die weibliche Hälfte von Shiva dargestellt und es heißt, sie wurde
geboren, damit ihr gemeinsames Kind mit Shiva einen Dämon besiegt.

Parvati ist die Göttin der Schönheit, des Glanzes und der Heiterkeit. Zu ihr
kommen die Frauen, um glücklich und schön zu werden.
Parvati hat (genau wie Shiva) den Doppelaspekt von Erhaltung und Zerstörung.
Parvati ist das Sinnbild der lebensspendenden, lebenserhaltenden Mutter und
der göttlichen Energie, ohne die der in sich ruhende Gott Shiva seine
Funktion nicht erfüllen könnte. So ist Shiva der Himmel, Parvati die Erde.
Ganesha
Ganesha ist eine der beliebtesten Gottheiten des Hinduismus. Man bittet ihn
um Hilfe, wenn man Glück für den Weg oder eine Unternehmung braucht. Er
steht für Beginn und Veränderung, er verkörpert Weisheit und Intelligenz.

Für viele fromme Hindus ist seine Statue das erste, was in ein neues Haus
kommt. Er bringt Segen und verheißt Glück.
Die bekannteste Legende berichtet, dass Parvati, Ganesha in Shivas
Abwesenheit erschaffen hat. Sie formte aus Lehm einen kleinen Buben,
erweckte ihn zum Leben und setzte ihn als Wache vor ihr Badehaus. Als Shiva
nach Hause kam, versperrte Ganesha ihm den Weg. Shiva köpfte ihn und
gelangte so zu Parvati. Als Shiva bemerkte, dass er gerade Parvatis Sohn
getötet hatte, versprach er ihr, Ganesha mit dem Kopf des ersten Tieres, das
vorbeikam, wieder zum Leben zu erwecken: Das erste Tier war ein Elefant.
Durga
Durga ist die wohl populärste Form der Göttin im Hinduismus die in
unterschiedlichen göttlichen Erscheinungsformen existiert. Sie ist zugleich
gütig und strafend: Eine Göttin der Vollkommenheit, die in anderen Formen
erscheinen kann und unter anderem Kraft, Wissen, Handeln und Weisheit
verkörpert.

Der Legende nach erschlug sie im Kampf den Büffel-Dämonen Mahisasura von dem
bekannt war, dass er nur von der Hand einer Frau den Tod finden würde. Da er
keiner Frau diese Fähigkeit zutraute, wurde er immer machtgieriger und
schwang sich schließlich zum Herrscher des Himmels auf.

Shiva und Vishnu wurden zornig als sie davon hörten und im Zorn entsprang
ihren Gesichtern jeweils ein helles Licht, das sich vereinte und die Gestalt
einer wunderschönen Frau annahm die mit laut brüllendem Lachen in den Kampf
zog. Die Berge schwankten und die Meere traten über die Ufer und der Dämon
wechselte während des Kampfes ständig seine Formen. Er war Büffel, Löwe,
Elefant – bis Durga ihn schließlich in seiner Büffelform besiegte.
Kali
Kali ist die Göttin des Todes, der Zerstörung, aber auch der Erneuerung.
Dies beruht auf dem Wissen, dass ohne Zerstörung nichts Neues entstehen kann
und dass Leben und Tod eine untrennbare Einheit bilden.

Es gab einst einen schrecklichen Dämon, der die Welt aus dem Gleichgewicht
zu bringen drohte. Wann immer er verletzt wurde und ein Blutstropfen zur
Erde fiel, entstand daraus ein zweiter Dämon.

Die Götter in ihrer Not wandten sich an die Muttergöttin, die in Gestalt von
Kali erschien und den Dämon angriff. Sie schlug ihm den Kopf ab und trank
alles heraustretende Blut. Somit wurde der Dämon vollkommen vernichtet. Kali
ist somit die Göttin der vollständigen Vernichtung, aber auch die Mutter
Erde, in die alles zurückkehrt und die dafür Sorge trägt, dass nichts
verloren geht.
Hanuman
Hanuman ist ein hinduistischer Gott, der sich als Affe manifestiert und
großer Popularität im Volk erfreut. Der Legende nach ist er der Sohn Shivas.

Hanumans Verehrung ist eng mit der Verehrung des Königs Rama verbunden und
im Ramayana (der Geschichte Ramas) spielt er eine zentrale Rolle. Er ist der
General eines Affenheeres und verkörpert den hingebungsvollen Diener. Mit
seiner grenzenlosen Loyalität und übermenschlichen Kraft tritt er immer
wieder als Helfer und Retter seines Herrn und dessen Familie auf.

Ein Dämon hatte Königin Sita (die Gemahlin Ramas) entführt und Rama konnte
sie nur mit Unterstützung durch Hanuman und sein Heer befreien. Der Legende
zufolge, kann niemand den Affengott Hanuman an Kraft, Sanftmut und Klugheit
übertreffen.
Noch ein kleiner Buchtipp
zum Thema:
Hans
Wolfgang Schumann: Die großen Götter Indiens

Grundzüge von Hinduismus und Buddhismus
Das Buch befasst sich ausführlich mit den
beiden großen Religionen Indiens: dem Hinduismus und dem Buddhismus.
Es
beschreibt kompakt und präzise ihre religiösen Grundlehren - die
Unterschiede und die Gemeinsamkeiten. Das Buch zeigt alle beschriebenen
Götter und Buddhas und erläutert sie ikonographisch. Es vermittelt ein
Basiswissen sowohl für Asienreisende, die Indiens faszinierende Kultur
begreifen wollen, als auch für Menschen, die in indischen Religionen
Orientierung für ihr Leben suchen.
(16,95 Euro, Diederichs)
Vanamali
Gunturu: Hinduismus
Der Hinduismus ist mit über 780 Millionen Gläubigen die drittgrößte Religion
der Welt. Hindus leben in insgesamt 94 Ländern, sind also über den ganzen
Erdball verteilt. Und doch erscheint die große Religion Indiens für viele
unnahbar und schwer begreifbar - angesichts einer langen, wechselhaften
Tradition, einer verwirrend vielfältigen Götterwelt und einer nahezu
unbekannten Symbolik. Was ist und was will der Hinduismus? Welche Bedeutung
haben die Götter Shiva, Vishnu und Brahma? Was verbirgt sich hinter den
Begriffen "Yoga" und "Tantrismus" oder "Mantra" und "Yantra"? Welches sind
die wichtigsten hinduistischen Rituale? Diederichs kompakt gibt die
Antworten.
(7,95 Euro, Diederichs)
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